PIZZAREISE NACH CASERTA

Unsere zweite Pizzareise in diesem Jahr führte uns diesmal zur Wiege der Pizza Canotto, in die Provinz Caserta. Dieser Besuch war für uns wie ein Wechselbad der Gefühle. Nach zwei Wochen Aufenthalt in dieser Region erschienen uns die Menschen dort wie unerschütterliche, starke Lotuspflanzen, die in einem bedrohlich wirkenden Sumpf verwurzelt sind, und ihre Pizze wie deren leuchtend schöne Blüten, die aus Schmutz und Schlamm hervorwachsen.

Die Region, nördlich der Metropole Napoli, wurde innerhalb weniger Jahrzehnte durch unmoralische, korrupte Politiker und gewissenlose Mafiosi zugrunde gerichtet. Die Landschaft ist übersät mit zum Teil hochtoxischem Müll aus ganz Europa, der durch verschiedene Mafia-Clans hierher transportiert wurde, die seit Ende der 80er Jahre mit illegaler Abfall-Entsorgung ein Vermögen verdienen.

Unzählige Frauen werden durch die gleichen Verbrecherbanden zur Prostitution gezwungen und stehen zahlreich, zwischen Müllsäcken, am Straßenrand.

Dazu kommt, dass durch eine destruktive, ideologisch motivierte Migrationspolitik, die ehemals blühenden Ferienorte der Küstenregion, in Gettos für vorwiegend afrikanische Einwanderer verwandelt wurden. Die einstigen Ferienwohnungen in diesen Gemeinden und die Straßen sind am zerfallen und es scheint fast, als ob es von den Verantwortlichen so gewollt wäre.

Vielleicht ist es genau dieses trostlose Umfeld, das die Pizzaioli dort zu echten Glanzleistungen in der Erneuerung und Weiterentwicklung der Pizza Napoletana antreibt. „PIZZAREISE NACH CASERTA“ weiterlesen